Was sind die 7Moutons?

Auf unserer kleinen Farm in Mecklenburg züchten wir die nahezu ausgestorbenen Rotkopfschafe. Sie stammen ursprünglich aus dem südfranzösischen Longuedoc. Als in den 70er Jahren viele pyrenäische Bergbauern ihre Herden auflösten, haben sie unbeabsichtigt nahezu die gesamte Population der traditionsreichen „Rouge de Rousillon“ ausgelöscht. 1982 befand sich die letzte zusammenhängende Herde von 14 Tieren auf dem Weg zum Schlachthof, als sie von Tierschützern gerettet und in den Nürnberger Zoo gebracht wurden. Aus dieser kleinen Gruppe ist die heutige deutsche Population von ca. 150 Schafen hervorgegangen. Wir wollen die Zukunft der Rotköpfe sichern und haben unter dem Namen „7Moutons“ (französisch für „7 Schafe“, mit denen wir unsere eigene Zucht begonnen haben) eine Produktlinie aus der feinen Rouge-Wolle entwickelt. Der Erlös dient der Finanzierung der Herde und der Weiterentwicklung der Produkte.


It’s a boy!

Am 12.06.2017 ist der kleine Hercule auf unserer Weide zur Welt gekommen. Die stolze Mutter und ihr Lämmchen sind wohlauf. Schon am nächsten Tag werden sie sich der Herde wieder angeschlossen haben und nur noch selten die traute Zweisamkeit etwas abseits vom Gedränge suchen. Hercule wird neben seiner Mutter am Gras schnuppern, nur fressen wird er es noch nicht mögen. Wenn Aufregung in die Herde kommt, wird Hercule so schnell mit den anderen rennen, wie ihn seine noch etwas staksigen Beine tragen wollen. Schön, wenn man sich dann immer wieder wohlig im Milchrausch versunken dem Dösen unter gleissender Sonne hingeben kann.

 


Hundstage

Jetzt nur noch die Schafskälte überwinden und die Hundstage können kommen! Die Schnauze tief ins letztjährige Laub gegraben, die Sonne im Fell und die Köpfe schon wieder voll von Unsinn – unsere Ridgebacks Byron und Alma geniessen die ersten richtig schönen Tage auf der Farm.


Krempel

Nach dem Waschen gehen die losen Textilfasern in die sog. Krempelmaschine. Dort laufen sie über diverse nadelbesetzte Walzen; von der letzten Walze lässt sich die gekämmte (im Fachjargon „kardierte“) Wolle abnehmen, bei der die Fasern schon einigermassen parallel ausgerichtet sind und ein Vlies bilden.


Ein Hütchen

Der Gewöhnliche Spindelstrauch (Euonymus europaeus), auch Europäisches oder Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl genannt, weil seine Kapselfrucht dem Birett, einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher ähnelt, war die Giftpflanzen des Jahres 2006. Die Pflanze heisst aber auch Rotkehlchenbrot, weil ihre Samen im Winter gerne von Vögeln gefressen werden.

Für Menschen ist das schöne Pfaffenhütchen eine giftige Heilpflanze. Sie findet z.B. in potenzierten homöopathischen Arzneimitteln bei einer Vielzahl von Symptomen Anwendung.

 


Mädchenauge Goldstrahl

Im Berliner Tiergarten war heute morgen auf der Wildblumenwiese der Frühling ausgebrochen. Manche alte Blumensorte ist inzwischen eine vom Aussterben bedrohte Art. Durch die sinkende Anzahl aktiver Züchter und Gärtnereien geht wie bei allen Kulturpflanzen die Sortenvielfalt zurück. Alte Zierpflanzen sind aber Teil unseres kulturellen Erbes, sie sind in gewisser Weise Zeugen einer vergangen Zeit, in denen unsere Vorfahren noch Gärten bevölkerten, in denen „es sich trefflich lustwandeln liess“. Will man solche historischen Gärten wieder in ihren Originalzustand versetzen, ist es jetzt bisweilen schwer, die historischen Zierpflanzen überhaupt noch zu beschaffen. Zugleich ist das Wissen um die Pflege der alten Sorten fast schon verschwunden.

Schöne alte Zierpflanzen gibt es noch über www.prospecierara.ch zu kaufen, z.B. so merkwürdig altmodisch benannte Exemplare wie die Kornblume „Blauer Junge“, die Duftwicke „Black Knight“, das Löwenmäulchen „Canarian Bird“, das Mädchenauge „Goldstrahl“, die Studentenblume „Ehrenkreuz“ oder die Dahlie „Lachsfarbener Kaktus“. 


Das Leben ist schön

Besser geht nicht, mit den besten Freundinnen den ganzen Tag im Grünen. Lange Spaziergänge, immer wieder rasten und picknicken, kurz oder auch mal länger lästern über die Jungs auf der anderen Seite vom Zaun. Und abends im leicht pieksigen, duftenden Stroh vom Tag träumen.


Hauptstadtschafe

Unsere Rotkopfschafe in der Berliner U-Bahn, wer hätte das gedacht? Nicht physisch, was sicher eine kleine Sensation gewesen wäre und die halbschlafenden Fahrgäste ganz schön aufgemischt hätte, aber vermutlich nicht wirklich im Einklang mit tierschutzrechtlichen Vorgaben gestanden hätte. Aber immerhin streifen die Rotköpfe auf dem Monitor durch die Stadt. Virtuelle Schafe sozusagen.


Easter Bunnies

April, April, der macht was er will. Diese alte Bauernweisheit hat sich über Ostern mal wieder vollumfänglich bewahrheitet. Am Ostersonntagmorgen standen unsere Jungs plötzlich mitten in der weissen Pracht und schauten verdutzt aus der Wolle. Am Nachmittag war der Spuk aber schon wieder vorbei und die Sonne sass gleissend in einem hellblauen Himmel.



Ein rares Gut

Rouge-Wolle ist ein sehr rares Gut. Ein erwachsenes Rotkopfschaf produziert ca. 2-2,5 kg Wolle im Jahr. Nach dem Waschen, das das Schaffett Lanolin, Stroh und Schmutz entfernt, verbleiben maximal ca. 1,3 kg saubere Wolle. Je nach Art der Verarbeitung verschwinden bis zu weiteren ca. 20% im Verarbeitungsprozess. Im Durchschnitt steht daher pro Schaf jedes Jahr nur ca. 1 kg Wolle zur Verfügung, aus dem wir dann unsere Kappen, Mützen und andere Produkte fertigen.

Bei einer unserer Produktlinien verarbeiten wir die Wolle eines einzigen Schafes zu einer streng limitierten Edition. Sie können Ihr Produkt daher bis zum individuellen Schaf zurückverfolgen.

 



Frieren Schafe?

Schafe frieren so gut wie nie. Schaffell schützt wegen seines besonderen Aufbaus besser vor Kälte und Feuchtigkeit als jede andere Faser auf der Welt. Die Wollfasern können bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen – ohne jeden Verlust an Wärmeleistung. Eine unendliche Zahl kleiner Lufttaschen sitzen wie Perlen in dem langen, geringelten Haar und isolieren das Schaf perfekt gegen Kälte. Solange Schafe ihre Wolle am Körper haben, können sie daher nicht frieren. Anders sieht es aus, wenn die Wolle nach der Schur ab ist, dann werden Schafe sehr kälteempfindlich. Klassischerweise wird daher im Hochsommer geschoren; bis zu dem Beginn der kalten Tage im Spätherbst ist das Schaffell dann schon längst wieder nachgewachsen.

 


Eine feine Nase

Schafe haben einen viel feineren Geruchssinn als Menschen. Auf der Weide können sie die einzelnen Grasarten am Geruch unterscheiden. Auch Giftpflanzen werden so zuverlässig erkannt. Wenn etwas falsch riecht, fressen es die Schafe nicht. Dadurch bilden sich auf der Weide auch immer kleine Inseln von Pflanzen, die niemand von der Herde fressen will.

Ganz besonders zuverlässig ist der Geruchssinn allerdings, wenn es darum geht, Leckerbissen wie die heissbegehrte Äpfel auf unserer herbstlichen Fallobstwiese aufzustöbern.

 


Deutsch-französische Freundschaft

Die südfranzösischen Rotkopfschafe haben schon vor ca. 250 Jahren ihre Hufe auf deutschen Boden gesetzt. Im Jahr 1788 importierte Alexander Markgraf von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth einige Rouge aus dem Longuedoc, um sie mit grobwolligeren deutschen Schafen zu kreuzen und so die Wollqualität der deutschen Herden für die Textilindustrie zu verbessern. Drei Jahre später veräußerte Markgraf Alexander, seines Zeichens Gründer der „Hochfürstlich-Brandenburg-Anspach-Bayreuthische Hofbanco“ (später: Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG), seine Markgrafengüter – mitsamt seiner Schafherden – an König Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Wieder drei Jahre später fiel das Markgrafengut Ansbach an Frankreich und die Rotköpfe waren zumindest formal wieder Franzosen.