Was sind die 7Moutons?

Auf unserer kleinen Farm in Mecklenburg züchten wir die nahezu ausgestorbenen Rotkopfschafe. Sie stammen ursprünglich aus dem südfranzösischen Longuedoc. Als in den 70er Jahren viele pyrenäische Bergbauern ihre Herden auflösten, haben sie unbeabsichtigt nahezu die gesamte Population der traditionsreichen „Rouge de Rousillon“ ausgelöscht. 1982 befand sich die letzte zusammenhängende Herde von 14 Tieren auf dem Weg zum Schlachthof, als sie von Tierschützern gerettet und in den Nürnberger Zoo gebracht wurden. Aus dieser kleinen Gruppe ist die heutige deutsche Population von ca. 150 Schafen hervorgegangen. Wir wollen die Zukunft der Rotköpfe sichern und haben unter dem Namen „7Moutons“ (französisch für „7 Schafe“, mit denen wir unsere eigene Zucht begonnen haben) eine Produktlinie aus der feinen Rouge-Wolle entwickelt. Der Erlös dient der Finanzierung der Herde und der Weiterentwicklung der Produkte.




Seltsames für Schönes

Kleiner Werkzeugkurs der Hutmacher II: Mit dem Handbügeleisen wird der feuchte Filz gebügelt. Die besondere Form erlaubt, auch an unwegsame Stellen zu gelangen, z.B. ins Innere hochgebogener Krempenformen. Seltsam, schön und nützlich.


Nagel und Spinne

Kleiner Werkzeugkunde der Hutmacherei I: mit der Spinne wird der feuchte Stumpen am Übergang von Kopf und Krempe gehalten. Die Nägel fixieren die Spinne. Und dann kann alles in Ruhe trocknen.







MINI & The WOOLMARK Company & RIKE FEURSTEIN

Wir entwerfen Limited Edition Hüte für die MINI Travel Notes. Aus reiner Wolle. Inspiriert von einer Reise nach St. Petersburg und der atemberaubenden Schönheit des wieder aufgebauten Bernsteinzimmers. Historisch-Aristokratisches verwächst mit Revolutionärem verwächst mit der Neuzeit. Eine prä- und postrevolutionäre Verwirrung.




Hähnewettkrähen

Zwei Kandidaten, die bei uns auf dem Hof krähen, als gäbe es kein Morgen, hatten wir mitgebracht. Hm, wer sass im Wettbewerb da und scharrte verlegen auf dem Boden herum und hüstelte ab und an in seinen Halsbehang, dass es kein Schiedsrichter hören könnte: unsere zwei wackeren Pantoffelhelden. Nächstes Mal, Jungs, könnt Ihr Euch getrost schlafen legen, wenn die anderen die Preise holen!




Im Märzen der Bauer

Ganz neu bei uns, ein RS-09, altbewährt und zu allen Schandtaten bereit. Und schön altmodisch dazu. Nun erfordert das Ballenrollen keinen Ganzkörpereinsatz mehr unter erstaunten Schafsaugen. Und im Hintergrund bereitet sich der Walnussbaum langsam aufs Ausschlagen vor.


Danke Dir, Helga

Diesmal aus liebevoller Naturbrut: danke Dir, Glucke Helga, Du hast einen wunderbarem Job gemacht und einem neugieriger Vertreter seiner und deiner Art, einem braunbrüstiges Deutsches Langschanhuhn, das Leben geschenkt. Willkommen auf dieser Welt, Wilfried!



Neuzugang

Wir sind in uns gegangen und haben eine neue Kappe entwickelt, die alles mitmacht. Lässig ist sie und elegant und schön weich und warm. Ein Lieblingsmodell in vielen Farben.




Was werden soll

Das Deutsche Langschan ist selten und gilt als gefährdete Haustierrasse. Der Bund der Deutschen Rassegeflügelzüchter und die Gesellschaft zur Erhaltung vom aussterben bedrohter Nutzterrassen haben die Rasse in der „Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen 2013“ in die höchste Gefährdungsklasse I (extrem gefährdet) eingestuft. Danach gab es 2009 in Deutschland nur noch 104 Hähne und 407 Hennen. Nun gibt es eine kleine Henne mehr.


Wachsen

Eigentlich ist Naturbrut viel besser, der Nachwuchs ist gesünder und lernt zudem, die nächste Generation auch wieder selbst auszubrüten. Wenn man aber eine kleine Population zu erhalten versucht, gilt es, erstmal etwas Masse zu schaffen. Wir haben daher im Moment 60 Eier der Deutschen Langhans im Brutkasten. Bislang läßt es sich alles sehr gut an und wir zählen die Tage, bis sich die ersten Schnäbel durch die Schale picken werden.




Neue Machtverhältnisse

Anfang Dezember war es so weit, der diesjährige Deckbock stand fest: Jean-Pierre. Er war eigentlich gar nicht der Leitbock in der Bockgruppe, aber irgendwie scheint sein Umzug zu den Damen die Machtverhältnisse bei den Jungs einmal heftig durchgerüttelt zu haben. Nun ist der schöne Hugo derjenige, der den anderen sagt, wo es langgeht, und der immer wieder neugierig als erster zur Stelle ist, wenn es Leckerli gibt oder sich sonst etwas interessantes auf der Weide abspielt.

 


It’s a boy – revisited

Erinnert Ihr Euch: Am 12.06.2017 ist Hercule bei uns auf der Weide geboren worden. Inzwischen ist er zu einem hübschen Jungbock herangewachsen. Hm, man weiss gar nicht, ob das wirklich so toll ist, langsam erwachsen zu werden, jetzt darf man ja nicht mehr tagträumend an Mutti’s Rockzipfel herumhängen sondern muss sich in der Bockgruppe behaupten. Erstmal ein ganz schöner Schock, aber dann sieht man, wieviel Spass es macht, mit den Jungs zu raufen.


Auf das Huhn gekommen

4 Hühner aus der Nachbarschaft, drei Hennen und ein Hahn, haben bei uns ein neues Zuhause gefunden, eine Henne eine sogenannte Grünlegerin, von der wir jetzt jeden Tag wunderbar große Eier mit hellblauer Schale geschenkt bekommen. Es ist eine Araucana-Henne, stolze Vertreterin einer alten, lateinamerikanischen Rasse mit einer speziellen Optik, rassetypisch ist die Henne schwanzlos. Der Hahn scheint es eher klassisch zu mögen. Seine Lieblingshenne ist die braune Henne.


Im Auge des Betrachters

Viel Regen diesen Sommer, gut für das Gras, das satt ist und kraftvoll und ganz besonders lecker. Im alten Obstgarten trinken die neuen Bäume, die alte Sorten sind, der Pommersche Krummstielapfel, der Danziger Kantapfel, die Conference Birne, die große schwarze Knorpelkirsche, die Wallbirne und ein Zigeunerapfel aka Roter Herbstkalvill.


Man mag einander

An einem Dienstag im August. Irgendwo zwischen Schloss und Rittersaal, vor Hutformen, im Handwerk, mitten in Berlin, von Schafen und unseren Kunden. Stilikonen Britt Kanya und Günther Krabbenhöft freuen sich über seinen neuen Hut. Schriftsteller und Herausgeber Alex Broicher zwischen Lesungen und auch mit Hut. Und die Hunde schlafen mal wieder ein Loch in den Tag. Schön war’s und ist’s. Dank an alle.

https://www.zdf.de/nachrichten/hallo-deutschland/hallo-deutschland-vom-8-august-2017-100.html (ab Minute 22:55)


Most Fashionable Grandpa

Günther Krabbenhöft ist ein Phänomen, ein virtuelles, ein Internetphänomen. Aber auch ein ganz reales Phänomen, das oft im Berliner Nachtleben anzutreffen ist. Die Zeitschrift Cosmopolitan nennt ihn den „Fashionable Grandpa“, für in- und ausländische Publikationen ist er „der älteste Hipster Berlins“, der „Hipster-Rentner vom Kotti“ oder „Berlins coolster Opa“. Die Huffington Post kürt ihn zu „officially the world’s most fashionable grandpa“. Und: der stylische und lebenslustige Dandy Krabbenhöft ist ein guter Kunde von uns.


Twisting by the Lake

Die Stimmung ist hell, das Fell glänzt, und man muss vom Sommer endlich nicht nur träumen. Gleich geht’s wieder ins Wasser, wenn auch nur bis zur Brust, stolzgeschwellte, schwimmen, nein, das geht dann doch etwas zu weit.


Ganz weit vorne

Seit kurzem bei uns auf der Farm: 6 Beine, hinten eine Minikuh und vorne ein Schaf, Hundeschwanz, stolzer Blick, wirklich nur ein ganz kleiner Umweg auf dem Durchbruch zur eierlegenden Wollmilchsau. Wir bleiben dran.



It’s a boy!

Am 12.06.2017 ist der kleine Hercule auf unserer Weide zur Welt gekommen. Die stolze Mutter und ihr Lämmchen sind wohlauf. Schon am nächsten Tag werden sie sich der Herde wieder angeschlossen haben und nur noch selten die traute Zweisamkeit etwas abseits vom Gedränge suchen. Hercule wird neben seiner Mutter am Gras schnuppern, nur fressen wird er es noch nicht mögen. Wenn Aufregung in die Herde kommt, wird Hercule so schnell mit den anderen rennen, wie ihn seine noch etwas staksigen Beine tragen wollen. Schön, wenn man sich dann immer wieder wohlig im Milchrausch versunken dem Dösen unter gleissender Sonne hingeben kann.

 


Hundstage

Jetzt nur noch die Schafskälte überwinden und die Hundstage können kommen! Die Schnauze tief ins letztjährige Laub gegraben, die Sonne im Fell und die Köpfe schon wieder voll von Unsinn – unsere Ridgebacks Byron und Alma geniessen die ersten richtig schönen Tage auf der Farm.




Krempel

Nach dem Waschen gehen die losen Textilfasern in die sog. Krempelmaschine. Dort laufen sie über diverse nadelbesetzte Walzen; von der letzten Walze lässt sich die gekämmte (im Fachjargon „kardierte“) Wolle abnehmen, bei der die Fasern schon einigermassen parallel ausgerichtet sind und ein Vlies bilden.


Ein Hütchen

Der Gewöhnliche Spindelstrauch (Euonymus europaeus), auch Europäisches oder Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl genannt, weil seine Kapselfrucht dem Birett, einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher ähnelt, war die Giftpflanzen des Jahres 2006. Die Pflanze heisst aber auch Rotkehlchenbrot, weil ihre Samen im Winter gerne von Vögeln gefressen werden.

Für Menschen ist das schöne Pfaffenhütchen eine giftige Heilpflanze. Sie findet z.B. in potenzierten homöopathischen Arzneimitteln bei einer Vielzahl von Symptomen Anwendung.

 


Mädchenauge Goldstrahl

Im Berliner Tiergarten war heute morgen auf der Wildblumenwiese der Frühling ausgebrochen. Manche alte Blumensorte ist inzwischen eine vom Aussterben bedrohte Art. Durch die sinkende Anzahl aktiver Züchter und Gärtnereien geht wie bei allen Kulturpflanzen die Sortenvielfalt zurück. Alte Zierpflanzen sind aber Teil unseres kulturellen Erbes, sie sind in gewisser Weise Zeugen einer vergangen Zeit, in denen unsere Vorfahren noch Gärten bevölkerten, in denen „es sich trefflich lustwandeln liess“. Will man solche historischen Gärten wieder in ihren Originalzustand versetzen, ist es jetzt bisweilen schwer, die historischen Zierpflanzen überhaupt noch zu beschaffen. Zugleich ist das Wissen um die Pflege der alten Sorten fast schon verschwunden.

Schöne alte Zierpflanzen gibt es noch über www.prospecierara.ch zu kaufen, z.B. so merkwürdig altmodisch benannte Exemplare wie die Kornblume „Blauer Junge“, die Duftwicke „Black Knight“, das Löwenmäulchen „Canarian Bird“, das Mädchenauge „Goldstrahl“, die Studentenblume „Ehrenkreuz“ oder die Dahlie „Lachsfarbener Kaktus“. 


Das Leben ist schön

Besser geht nicht, mit den besten Freundinnen den ganzen Tag im Grünen. Lange Spaziergänge, immer wieder rasten und picknicken, kurz oder auch mal länger lästern über die Jungs auf der anderen Seite vom Zaun. Und abends im leicht pieksigen, duftenden Stroh vom Tag träumen.


Hauptstadtschafe

Unsere Rotkopfschafe in der Berliner U-Bahn, wer hätte das gedacht? Nicht physisch, was sicher eine kleine Sensation gewesen wäre und die halbschlafenden Fahrgäste ganz schön aufgemischt hätte, aber vermutlich nicht wirklich im Einklang mit tierschutzrechtlichen Vorgaben gestanden hätte. Aber immerhin streifen die Rotköpfe auf dem Monitor durch die Stadt. Virtuelle Schafe sozusagen.


Easter Bunnies

April, April, der macht was er will. Diese alte Bauernweisheit hat sich über Ostern mal wieder vollumfänglich bewahrheitet. Am Ostersonntagmorgen standen unsere Jungs plötzlich mitten in der weissen Pracht und schauten verdutzt aus der Wolle. Am Nachmittag war der Spuk aber schon wieder vorbei und die Sonne sass gleissend in einem hellblauen Himmel.



Ein rares Gut

Rouge-Wolle ist ein sehr rares Gut. Ein erwachsenes Rotkopfschaf produziert ca. 2-2,5 kg Wolle im Jahr. Nach dem Waschen, das das Schaffett Lanolin, Stroh und Schmutz entfernt, verbleiben maximal ca. 1,3 kg saubere Wolle. Je nach Art der Verarbeitung verschwinden bis zu weiteren ca. 20% im Verarbeitungsprozess. Im Durchschnitt steht daher pro Schaf jedes Jahr nur ca. 1 kg Wolle zur Verfügung, aus dem wir dann unsere Kappen, Mützen und andere Produkte fertigen.

Bei einer unserer Produktlinien verarbeiten wir die Wolle eines einzigen Schafes zu einer streng limitierten Edition. Sie können Ihr Produkt daher bis zum individuellen Schaf zurückverfolgen.

 



Frieren Schafe?

Schafe frieren so gut wie nie. Schaffell schützt wegen seines besonderen Aufbaus besser vor Kälte und Feuchtigkeit als jede andere Faser auf der Welt. Die Wollfasern können bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen – ohne jeden Verlust an Wärmeleistung. Eine unendliche Zahl kleiner Lufttaschen sitzen wie Perlen in dem langen, geringelten Haar und isolieren das Schaf perfekt gegen Kälte. Solange Schafe ihre Wolle am Körper haben, können sie daher nicht frieren. Anders sieht es aus, wenn die Wolle nach der Schur ab ist, dann werden Schafe sehr kälteempfindlich. Klassischerweise wird daher im Hochsommer geschoren; bis zu dem Beginn der kalten Tage im Spätherbst ist das Schaffell dann schon längst wieder nachgewachsen.

 


Eine feine Nase

Schafe haben einen viel feineren Geruchssinn als Menschen. Auf der Weide können sie die einzelnen Grasarten am Geruch unterscheiden. Auch Giftpflanzen werden so zuverlässig erkannt. Wenn etwas falsch riecht, fressen es die Schafe nicht. Dadurch bilden sich auf der Weide auch immer kleine Inseln von Pflanzen, die niemand von der Herde fressen will.

Ganz besonders zuverlässig ist der Geruchssinn allerdings, wenn es darum geht, Leckerbissen wie die heissbegehrte Äpfel auf unserer herbstlichen Fallobstwiese aufzustöbern.

 


Deutsch-französische Freundschaft

Die südfranzösischen Rotkopfschafe haben schon vor ca. 250 Jahren ihre Hufe auf deutschen Boden gesetzt. Im Jahr 1788 importierte Alexander Markgraf von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth einige Rouge aus dem Longuedoc, um sie mit grobwolligeren deutschen Schafen zu kreuzen und so die Wollqualität der deutschen Herden für die Textilindustrie zu verbessern. Drei Jahre später veräußerte Markgraf Alexander, seines Zeichens Gründer der „Hochfürstlich-Brandenburg-Anspach-Bayreuthische Hofbanco“ (später: Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG), seine Markgrafengüter – mitsamt seiner Schafherden – an König Friedrich Wilhelm II. von Preußen. Wieder drei Jahre später fiel das Markgrafengut Ansbach an Frankreich und die Rotköpfe waren zumindest formal wieder Franzosen.